Grillen auf Balkon mit Holzkohle | Erlaubt oder verboten?

Von Braun-, Stein- und Holzkohle, sowie Briketts hat jeder schon einmal etwas gehört. Sei es im Zusammenhang mit fossilen Brennstoffen, Heizen oder Grillkohle. Doch was ist genau der Unterschied zwischen den Kohlearten?

Und wofür eignet sich welche Kohle? Auf diese Fragen soll nachfolgend eingegangen werden.

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Braunkohle

Braunkohle ist ein locker beschaffenes Sedimentgestein, das durch den Prozess der sog. Inkohlung entstanden ist. Das heißt, dass sich pflanzliches Material über viele Millionen Jahre in den Erdschichten durch Druck verdichtet wurde, Wasser hinausgedrückt hat und luftdicht versiegelt worden ist. So wurde die Biomasse zu Sedimentgestein.

Braunkohle erkennt man an seinem dunkelbraun bis schwarzen und holzartigen Aussehen. Sie wird vor allem zur Energie- und Wärmeerzeugung verwendet.

Steinkohle

Steinkohle ist ebenfalls ein Sedimentgestein, das durch die Inkohlung pflanzlicher Überreste entstanden ist. Der Inkohlungsprozess ist bei der Steinkohle jedoch im Unterschied zur Braunkohle deutlich markanter verlaufen und dauerte nach heutigen Erkenntnissen wohl um 300 Millionen Jahre an. Steinkohle gilt als Hartkohle und wird auch als schwarzes Gold bezeichnet. Durch den hohen Druck weist sie einen deutlich höheren Kohlenstoffanteil von 70 % auf.

Die Verwendung zur Wärmegewinnung geht bis ins Mittelalter zurück. Die Kohle kann nur im Untertagebau in über 1000 m Tiefen gefördert werden. Die damaligen Arbeitsbedingungen waren für die sog. Kumpel gefährlich und führten meistens zu einer geringen Lebenserwartung und Krankheiten. Heute übernehmen moderne Maschinen den Abbau.

Man verwendet Steinkohle als Koks zur Eisenproduktion, sowie zur Erzeugung von Strom, Energie, Benzin, Kunststoff und Gummi. Der größte Vorteil ist der hohe Brennwert, an den sonst keine Kohle herankommt (Vergleich: Braunkohle erreicht im Vergleich einen Heizwert von 30 %.). Die Förderung von Steinkohle ist allerdings sehr aufwendig. Außerdem sie umweltunfreundlich, denn über das Kraftwerk gelangen hohe Kohlendioxidemissionen in die Atmosphäre.

Holzkohle

Holzkohle ist ein Brennstoff, der im Unterschied zur Steinkohle und Braunkohle aus vertrocknetem Holz durch starke Erhitzung bei niedriger Luftzufuhr erzeugt wird. Er hat einen Anteil von 90 % Kohlenstoff und einen höheren Brennwert als Holz. Die Kohle entsteht entweder auf natürliche Weise oder durch gezielte Herstellung. Die Unterschiede zu Steinkohle und Braunkohle sind schon in der Art und Dauer ihrer Entstehung ersichtlich.

Holzkohle wird zum Filtern von Wasser als Aktivkohle, als Brennstoff zum Grillen, als Inhaltsstoff in der Tusche, in Kosmetika und Medikamenten oder zur Schwarzpulverherstellung genutzt. Als Pflanzenkohle dient sie dazu, Schadstoffe im Boden zu binden.

Briketts

Briketts sind in Form gebrachte Kohlearten. Es gibt Steinkohlebriketts, Braunkohlebriketts und Holzkohlebriketts. Briketts lassen sich leichter stapeln und benötigen weniger Platz. Sie nehmen kaum Feuchtigkeit auf und eignen sich deswegen gut als Brennmaterial. Deswegen sind zum Grillen auch die Grillbriketts sehr beliebt.

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Durch das Grillen mit Holzkohle werden Sie Fleischspieße sehr geschmackvoll.

Die richtige Kohle zum Grillen

Stein- und Braunkohle eignen sich nicht zum Grillen. Steinkohle lässt sich nur schwer entzünden, erzeugt zu viel Hitze und würde das Grillgut vergiften. Mit Braunkohle ließe sich schon eher grillen, allerdings werden dabei laut Gesundheitsamt Schadstoffe abgegeben, wenn Fleischsaft in die Glut gelangt. Die richtige Kohle zum Grillen ist daher die Holzkohle.

Holzkohle ist nach wie vor die beste Alternative, wenn man den Grill mit Kohle betreiben und keinen Gasgrill verwenden möchte. Die Holzkohle bietet dabei das typische Grill-Ambiente. An die glühenden Kohlen und das typische Aroma kommt der Gasgrill einfach nicht heran. Hinsichtlich des Geschmacks des Grillguts gibt es zwischen Holzkohle und Gas keinen großen Unterschied.

Der Gasgrill lässt sich am Ende einfacher reinigen. Allerdings gelingt das Säubern des Holzkohlegrills mithilfe von einem Aschesauger oder Grillsauger auch gut.

So entsteht die Grillkohle

In dem Video „Grillkohle: Vom Baum zur Holzkohle | Wie geht das? | Reportage | NDR“ von NDR geht es darum, wie Grillkohle entsteht. Die Dokumentation beginnt in einem Buchenwald in Bodenfelde an der Oberweser.

Dort wird veranschaulicht, wie der ganze Prozess vom Aussuchen und Fällen des Baumes bis zur Verarbeitung vonstattengeht. Später zeigt der Köhler Arne Paysen in Hösseringen (Lüneburger Heide), wie Kohle seit dem Mittelalter hergestellt wurde.

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Fazit

Kohle ist nicht gleich Kohle. Steinkohle, Braunkohle und Holzkohle haben verschiedene Eigenschaften und sind für eine unterschiedliche Verwendung vorgesehen. Zwischen Braunkohl und Steinkohle finden sich in der Entstehungsgeschichte jedoch Gemeinsamkeiten.

Es gibt sie alle der Kohlearten in Brikettform. Alle von ihnen taugen zum Heizen. Zum Grillen eignet sich jedoch nur die Holzkohle.

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